In allen Epochen, zu allen Zeiten, in den vielen, vielen Jahrtausenden, seit der Existenz des Homo Sapiens, setzen wir Rituale ein und wer weiß das schon so genau, vermutlich weit davor bereits auch. Strenggenommen, werden Rituale nach einer festen Vorgehensweise vorgenommen. Doch wer hat wann festgelegt, wie Rituale zu sein haben?

Wer oder Was hat festgelegt, wie eine Geburt, eine Hochzeit, ein Begräbnis zu erfolgen hat? Und was unterscheidet Rituale von Zeremonien?

Meine Erfahrung ist, dass dies keiner wirklich beantworten kann. Rituale und Zeremonien sind entstanden, aus regelmäßigen Handlungen und zu wiederkehrenden Zeiten. Du kannst in Büchern, im Netz oder im gemeinsamen Gespräch mit Freunden Dich zu diesem Thema austauschen und jeder wird etwas anderes dazu beitragen können.

In der Soziologie, in der Ethnologie, in der Historie und in der Archäologie wurden in mehreren Jahrzehnten über das Verständnis, die Zusammenhänge von Ritualen geforscht. Informationen zu den Zeiten davor, wird es kaum geben und wenn dann nur von „Ohr zu Ohr“, auffindbar in alten Schriften, in Höhlenmalereien oder Symbolen. Rituale und Zeremonien sind etwas Universelles, finden in fast allen Kulturen und für jeden Lebensbereich statt.

Durch meine eigenen Erfahrungen und in der Anwendung von Ritualen liegt etwas Geordnetes, ja sogar etwas Förmliches verborgen. So wende ich Rituale zu einem bestimmten Zeitpunkt, in einer gewissen Form an, doch öffne ich den Raum, für das was sich oft erst mitten im Fluss des Rituals zeigt und lade es ein, einzufließen, mit der Energie des großen Ganzen mit zu wirken.

Ein Ritual zu wirken, bedeutet nicht „ich räuchere ein bisschen hier und ein bisschen da“, es ist weitaus mehr, das Halten von Energie, die Verbindung von dessen was ist und was mit dem Ritual verbunden sein soll, ist Arbeit und zugleich für mich immer wieder aufs Neue – magisch. Liegt ein Sinn darin, ein klares Ja.

Rituale unterstützen Veränderungen, auch wenn wir als Menschen nicht immer Veränderungen gut finden. In einem Ritual liegt immer eine Absicht, eine Aufforderung.

Ein Ritual für sich gestalten zu lassen, bedeutet auch immer wieder in die eigene Verantwortung zu gehen und nicht nur darauf zu warten, das eine andere Kraft die Verantwortung für einen übernimmt.

Rituale haben für die meisten Menschen etwas Magisches, zauberhaftes, beruhigendes. Rituale sprechen das Tiefe in uns an, etwas, was wir mit der Verstandesebene nicht betrachten, bearbeiten können.

Seit Jahrtausenden nutzen wir Rituale und Zeremonien, um Veränderungen zu bewirken.

 

Rituale sind universell, das schrieb ich bereits zuvor, doch liegt darin wirklich eine tiefe Wahrheit. Denn ganz gleich auf welchem Kontinent Du lebst, in jeder Kultur findet sich Ritualanwendungen statt. Doch sind diese so unterschiedlich, so andersartig, so besonders, dass es viele Rituale gibt, die nicht zugänglich sind.

Du kannst heute viele Bücher lesen und erhältst nur einen „Hauch eine Ahnung“, klar wirst Du dieses oder jenes ausprobieren können, ob es wirkt? Du wirst es merken.

In der Durchführung von Ritualen, gilt es, so empfinde ich es, immer ein Gefühl von tiefem Respekt und Achtung.

Die Verbindung mit der Energie eines Rituals, bedeutet, tatsächlich sich zu verbinden, nenne es „das Große Ganze“, nenne es „die Zwischenwelt“ oder nenne es einfach, was es ist „ein Ritual“.

Durch ein Ritual kann vieles unterstützt werden, doch haben auch Rituale ihre eigenen Gesetze, sie unterstützen, bieten die Möglichkeit von Wandlung, von Übergang, von Neubeginn oder von Abschied, doch kann ein Ritual auch so stark wirken, dass es denjenigen vielleicht aus der Bahn wirft. Dies geschieht für einen kleinen Zeitraum oder für einen längeren, dass hängt von der Absicht ab.

Beschäftige Dich mit Ritualen, lese den nächsten Artikel dazu, setze Dich mit Deinen Veränderungen auseinander, schaue, was Du für Dich brauchst, schaue nach, was Du dir für eine Geburt, für eine Hochzeit, für eine Trennung, für Deinen Tod wünschst.

Schiebe das Thema, mit dem Du vielleicht gerade in Resonanz gehst, nicht weit von Dir weg. Es kann sein, dass es gerade jetzt, in diesem Augenblick sinnvoll ist, genauer hinzuschauen.

Von Frau zu Frau sei wild, frei, weiblich und erinnere Dich.

Alexandra – RitualFrau

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